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Wenn Nähe schwerfällt

Aktualisiert: vor 18 Stunden

In jeder Beziehung gibt es Momente, in denen Nähe guttut und andere, in denen Abstand notwendig ist. Dieses Wechselspiel ist kein Zeichen von Schwäche oder fehlender Verbundenheit, sondern ein natürlicher Teil menschlicher Beziehungen.

Nähe schafft Vertrauen, Geborgenheit und Verbundenheit. Sie ermöglicht Austausch, Intimität und gegenseitiges Verstehen. Gleichzeitig brauchen Menschen auch Phasen des Rückzugs. Distanz hilft, eigene Gedanken zu ordnen, Gefühle zu klären und wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen.

Schwierig wird es, wenn Nähe und Distanz unterschiedlich erlebt oder gebraucht werden. Während eine Person sich nach mehr Austausch sehnt, fühlt sich die andere vielleicht schnell überfordert. Missverständnisse entstehen dann oft nicht aus mangelnder Zuneigung, sondern aus unterschiedlichen Bedürfnissen.

Besonders in belastenden Situationen zeigt sich dieses Spannungsfeld deutlich. Rückzug kann ein Schutz sein vor Überforderung, Konflikten oder Verletzungen. Wird er jedoch nicht verstanden oder kommuniziert, kann er beim Gegenüber Unsicherheit oder Ablehnung auslösen.

Ein achtsamer Umgang mit Nähe und Distanz beginnt mit dem Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse. Was brauche ich im Moment? Austausch oder Ruhe? Verbundenheit oder Zeit für mich? Ebenso wichtig ist es, diese Bedürfnisse behutsam zu benennen, ohne Vorwurf und ohne Bewertung.

Beziehungen gewinnen an Stabilität, wenn beide Seiten akzeptieren, dass Nähe und Distanz sich abwechseln dürfen. Es geht nicht darum, immer im Gleichgewicht zu sein, sondern darum, sich immer wieder neu aufeinander einzulassen.

Manchmal kann es hilfreich sein, diese Dynamiken gemeinsam mit einer neutralen Person zu reflektieren. Beratung kann dabei unterstützen, die eigenen Muster zu erkennen und neue Wege im Umgang mit Nähe und Rückzug zu finden.

 
 
 

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